
Gestern habe ich wieder einmal die besondere Atmosphäre eines Trödelmarkts erleben dürfen. Wir hatten geplant, früh aufzubauen, doch der Regen forderte uns heraus, spontan zu handeln. Mit einem Pavillon zum Schutz vor dem Wetter und voller Vorfreude starteten wir in den Tag. Trotz des grauen Himmels war die Stimmung voller Licht – eine Mischung aus Begeisterung, Kreativität und Freude auf die Begegnungen, die der Tag bringen würde.
Die Vielfalt der Menschen auf einem Trödelmarkt ist immer wieder faszinierend. Jeder scheint etwas zu suchen: Manche stöbern, inspiriert von den Geschichten hinter den Dingen, die sie entdecken, während andere gezielt auf der Suche nach etwas Bestimmtem sind. Doch eines verbindet uns alle: Wir tragen unser persönliches „Päckchen“ durchs Leben – sichtbarer oder unsichtbarer Ballast, der uns begleitet.
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, jedem Besucher, der an meinem Stand vorbeikam, ein Lächeln zu schenken. Es ist erstaunlich, wie ein einfacher freundlicher Blick oder ein ehrliches Lächeln die Stimmung eines anderen Menschen heben kann. Dieses bewusste In-der-Gegenwart-Sein, das Loslassen von Ablenkungen wie dem Handy, half mir, die kleinen Wunder des Tages bewusst wahrzunehmen.
Neben uns war ein junges Paar, das mich nachdenklich stimmte. Ihre Kommunikation war von harschen Worten und Befehlen geprägt. Es schien, als hätte sie die Organisation übernommen, aber ihre Art und Weise wirkte streng und distanziert. Er wiederum ließ die Anweisungen ohne Widerrede über sich ergehen, was das Ungleichgewicht zwischen ihnen verdeutlichte.
Während ich den Tag Revue passieren ließ, kam mir ein Gedanke immer wieder in den Sinn: Wo bleibt die Liebe in unseren Worten? Gerade in Stresssituationen, wie sie ein Trödelmarkt für Verkäufer zweifellos sein kann, ist es eine Herausforderung, liebevoll zu bleiben. Doch genau dann ist es umso wichtiger. Worte haben eine enorme Macht – sie können trösten, heilen, verbinden, aber auch verletzen und trennen.
In Beziehungen, sei es zu Partnern, Freunden oder Fremden, sollten unsere Worte Brücken bauen, keine Mauern. Wir alle wünschen uns Nähe, Verständnis und liebevolle Verbundenheit. Kommunikation ist dabei der Schlüssel. Doch nicht nur das „Was“ zählt, sondern vor allem das „Wie“. Ein scharfes Wort kann tiefe Wunden hinterlassen, ein sanftes hingegen Vertrauen und Freude schenken.
Der Trödelmarkt erinnerte mich wieder daran, wie wichtig es ist, bewusst und achtsam zu kommunizieren. Es mag nicht immer leicht sein, besonders in stressigen Momenten, aber es lohnt sich, die Liebe und den Respekt in unseren Worten lebendig zu halten. Denn in jedem Gespräch haben wir die Möglichkeit, etwas Positives zu säen – sei es durch ein Lächeln, ein freundliches Wort oder einfach nur durch ehrliches Zuhören.
Am Ende des Tages, als wir unseren Stand abbauten und die letzten Besucher sich verabschiedeten, fühlte ich eine tiefe Dankbarkeit. Nicht nur für die Begegnungen und Gespräche, sondern auch für die Lektionen, die uns das Leben – und manchmal ein regnerischer Tag auf dem Trödelmarkt – schenken kann.
Liebevolle Grüße
Melanie 💫
Kommentar hinzufügen
Kommentare